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Zutaten · Praxis

Obst und Gemüse entsaften: Welche Zutat in welches Gerät gehört

Äpfel und Karotten sind einfach, Sellerie und Grünkohl sind es nicht. Wir gehen die gängigen Zutaten durch: was vorbereitet werden muss, welche Bauform damit zurechtkommt und wo ein Entsafter schlicht das falsche Gerät ist.

✍️ Redaktion ⏱ 7 Min Lesezeit
Äpfel, Karotten, Stangensellerie, Ingwer und Grünkohl auf einem Küchenbrett neben einem Entsafter

📌 Das Wichtigste in Kürze

  • Hartes Obst und Wurzelgemüse – Äpfel, Karotten, Rote Bete – gehen in jedem Entsafter.
  • Faseriges Grünzeug – Stangensellerie, Grünkohl, Weizengras – braucht einen Slow Juicer; Hersteller weisen dafür bevorzugt die horizontale Bauform aus, mehrere vertikale Geräte im Vergleichsfeld schneiden dabei aber ebenfalls gut ab.
  • Zitrusfrüchte immer schälen: Die weiße Innenhaut und die Schale machen den Saft bitter.
  • Sehr weiche Zutaten wie Bananen und Avocados gehören in den Mixer, nicht in den Entsafter.
  • Wie viel vorgeschnitten werden muss, hängt am Einfüllschacht – die Angaben im Vergleichsfeld reichen von rund 44 mm bis 150 mm.

Die Grundregeln der Vorbereitung

Vor der Zutatenliste stehen vier Handgriffe, die für fast alles gelten:

  • Waschen statt schälen. Bei Äpfeln, Karotten und Gurken bleibt die Schale dran – sie enthält Saft, und Schälen kostet nur Zeit. Ausnahmen sind Zitrusfrüchte, Ananas, Mango und alles mit dicker, bitterer oder ungenießbarer Schale.
  • Kerne heraus. Steinobst entsteinen, harte Kerngehäuse bei großen Früchten entfernen. Apfelkerngehäuse dürfen bei den meisten Geräten mit hinein.
  • Auf Schachtgröße schneiden. Passt eine ganze Frucht hinein, sparen Sie sich das Schneiden ganz. Bei schmalen Schächten – der Nutrilovers GREEN-PRESS im Vergleichsfeld liegt mit 44 mm unter 50 mm – sind Stücke von zwei bis drei Zentimetern nötig.
  • Abwechseln. Weiches und hartes Material im Wechsel einfüllen: Das Harte schiebt das Weiche durch und beugt Verstopfungen vor.

Obst und Karotten entsaften

Das ist die Disziplin, für die ein Zentrifugenentsafter gebaut ist – und in der er einem Slow Juicer kaum nachsteht.

Äpfel entsaften

Äpfel sind die dankbarste Zutat überhaupt: viel Saft, feste Struktur, kein Vorschneiden bei großem Einfüllschacht. Waschen, Stiel entfernen, hinein. Wie viel Saft dabei aus einem Kilo herauskommt, hängt stark von Sorte und Gerät ab und lässt sich nicht pauschal beziffern – saftige Sorten wie Elstar oder Jonagold liegen deutlich über mehligen Sorten.

Apfelsaft oxidiert schnell und wird binnen Minuten braun. Ein Spritzer Zitronensaft bremst das; mehr dazu im Ratgeber zu Haltbarkeit und Ausbeute.

Karottensaft selber machen

Karotten waschen, Grün und Ansatz abschneiden, schälen ist nicht nötig. Große Karotten längs halbieren, wenn der Schacht eng ist. Karotten sind hart – bei Zentrifugen mit mehreren Schaltstufen gehört hier die hohe Stufe hin, bei Slow Juicern schiebt man sie langsam nach.

Zwei Praxishinweise aus den ausgewerteten Rezensionen: Karottensaft kann Kunststoffteile anfangs orange verfärben – das ist kosmetisch und lässt sich mit Spülmittel entfernen. Und der Trester fällt hier besonders reichlich an, weil Karotten viel Faser mitbringen.

Rote Bete, Birnen, Ananas

Rote Bete gehört zu den harten Zutaten und geht gut, färbt aber alles ein: Hände, Schneidebrett, Kunststoffteile. Birnen liefern viel Saft, sollten aber eher fest als überreif sein – weiches Obst setzt das Sieb zu. Ananas immer schälen und den Strunk entfernen.

Orangen und Zitrusfrüchte

Orangen, Zitronen und Grapefruits gehen in beiden Bauformen, aber nur geschält. Schale und weiße Innenhaut enthalten Bitterstoffe; in einer Rezension zu einem Slow Juicer ist genau das der Kritikpunkt, wenn Zitrusfrüchte ungeschält verarbeitet wurden.

Wer hauptsächlich Orangen presst, braucht dafür kein Vergleichsgerät: Eine Zitruspresse ist dafür das passendere und deutlich günstigere Werkzeug. Die Abgrenzung steht in der Kaufberatung.

Grünsaft: Sellerie, Grünkohl, Spinat und Weizengras

Hier trennen sich die Bauformen. Blattgemüse und Stangengemüse haben wenig Zellsaft und viel Faser – ein Raspelteller reißt sie auseinander, bekommt aber kaum Flüssigkeit heraus. Eine Pressschnecke quetscht sie stattdessen aus.

Sellerie entsaften

Stangensellerie gehört zu den faserigen Zutaten, die einen Slow Juicer wirklich fordern. Die Stangen waschen, die harten Enden abschneiden und in Stücke von rund fünf Zentimetern teilen – lange Fasern wickeln sich sonst um die Pressschnecke. Ein Gerät mit Rückwärtslauf hilft, wenn es doch einmal klemmt.

Im Zentrifugenentsafter funktioniert Sellerie grundsätzlich auch, die Ausbeute fällt aber deutlich ab, und das Sieb setzt sich schnell zu. Für gelegentliche Stangen reicht es, für tägliche Selleriesäfte nicht.

Grünkohl, Spinat und Kräuter

Blattgemüse gibt allein kaum Saft. Zwei Kniffe helfen: die Blätter zu kleinen Bündeln rollen, damit die Pressschnecke greift – und sie im Wechsel mit hartem Material einfüllen, etwa mit Apfel- oder Karottenstücken, die das Grün durchschieben.

Im Zentrifugenentsafter braucht Spinat laut einer Rezension mehrere Durchgänge für sehr wenig Saft. Das gilt ausdrücklich auch für Geräte, die in den Herstellerangaben als „für Obst und Gemüse" geführt werden – die Angabe meint nicht automatisch Blattgemüse.

Weizengras

Weizengras ist die anspruchsvollste Zutat überhaupt und ein guter Prüfstein. Mehrere Hersteller im Vergleichsfeld weisen es ausdrücklich als Verwendungsbereich aus, sowohl bei vertikalen als auch bei horizontalen Slow Juicern. Verlassen sollte man sich darauf trotzdem nicht blind: In den ausgewerteten Rezensionen zu einem als weizengrasgeeignet beworbenen Gerät widerspricht eine Käuferin dieser Angabe ausdrücklich. Wer Weizengras zum Hauptzweck macht, sollte gezielt nach Rezensionen zu genau dieser Zutat suchen.

Ingwer und Kurkuma entsaften

Ingwer geht in beiden Bauformen, aber selten pur – die Menge ist klein, und der Saft ist sehr scharf. Üblich sind ein bis zwei Zentimeter Wurzel, mitverarbeitet zwischen Äpfeln oder Karotten. Schälen ist bei frischem Bio-Ingwer nicht nötig, bei älterer, holziger Wurzel schon. Kurkuma verhält sich genauso und färbt zusätzlich kräftig.

Was nicht in den Entsafter gehört

  • Bananen, Avocados, Mangos – kein freier Saft, nur Mus. Das ist ein Fall für den Mixer.
  • Steinobst mit Stein – Kirschen, Pflaumen und Aprikosen vorher entsteinen, sonst leidet das Gerät.
  • Gefrorenes – nur bei Geräten, die es laut Hersteller ausdrücklich vorsehen, etwa mit einem Sorbet-Aufsatz.
  • Nüsse und Getreide – Pflanzendrinks verlangen einen anderen Aufsatz; ohne Herstellerfreigabe bleibt es bei einer verstopften Pressschnecke.
  • Sehr weiche, wasserreiche Gurken in großer Menge – für ein Gerät im Vergleichsfeld berichtet eine Rezension von rund 60 Prozent Ausbeute, weil das Material durchrutscht.

Zutat und Bauform auf einen Blick

ZutatVorbereitungZentrifugeSlow Juicer
Äpfelwaschen, Stiel ab✓ sehr gut✓ sehr gut
Karottenwaschen, Grün ab✓ sehr gut✓ sehr gut
Rote Betewaschen, ggf. halbieren✓ gut✓ gut
Orangenschälen✓ gut✓ gut
Stangenselleriein 5-cm-Stücke~ wenig Ertrag✓ sehr gut
Grünkohl, Spinatrollen, mit Hartem mischen✗ mehrere Durchgänge✓ gut
Weizengrasbündeln✗ ungeeignet~ Herstellerangabe prüfen
Ingwerggf. schälen, klein✓ beigemischt✓ beigemischt
Gurkewaschen, längs teilen✓ gut~ kann durchrutschen
Banane, Avocado–✗ Mixer✗ Mixer

Das passende Gerät zur Zutatenliste

Philips Entsafter 5000 Serie, Schwarz, 500 W Empfehlung
FÜR OBST UND KAROTTEN · ZENTRIFUGENENTSAFTER

Philips Entsafter 5000 Serie, Schwarz, 500 W

BEWERTUNG 1,5

Kompakter Zentrifugenentsafter, der laut zahlreichen Rezensionen besonders leicht zu reinigen ist.

Nutrilovers Slow Juicer GREEN-PRESS EDELSTAHL Schnecke, Sellerie, Allrounder
FÜR SELLERIE UND BLATTGEMÜSE · SLOW JUICER HORIZONTAL

Nutrilovers Slow Juicer GREEN-PRESS EDELSTAHL Schnecke, Sellerie, Allrounder

BEWERTUNG 1,6

Horizontaler Slow Juicer mit Edelstahl-Pressschnecke, laut Rezensionen hoher Saftausbeute, aber kleinem Einfüllschacht und Zweifeln an der Weizengras-Eignung.

Beim Gerät für Obst und Karotten (Philips Entsafter 5000 Serie, Schwarz, 500 W) bei der angezeigten Bewertung ebenfalls gleichauf: der Philips Entsafter 7000 Serie, Schwarz, 1100 W für 149,90 € – ein Blick in den Vergleich lohnt sich.

Beim Gerät für Sellerie und Blattgemüse (Nutrilovers Slow Juicer GREEN-PRESS EDELSTAHL Schnecke, Sellerie, Allrounder) bei der angezeigten Bewertung ebenfalls gleichauf: der Hurom Slow Juicer H310, 150 W, Siebfilter, Anthrazit für 299,00 € und der AMZCHEF Entsafter Slow Juicer mit Rückwärts-Kau-Funktion, Silber für 64,99 € – ein Blick in den Vergleich lohnt sich.

Saisonales: Wenn die Ernte kommt

Zwischen September und November fallen Äpfel, Birnen und Quitten in Mengen an, die eine Küchenmaschine überfordern. Zwei Dinge sind dann zu bedenken: Bei manchen Geräten nennt die Bedienungsanleitung eine Dauerbetriebszeit – nach ihr folgt eine Pause, damit der Motor abkühlt. Und wer die Erntemenge direkt einkochen will, ist ohnehin mit einem Dampfentsafter besser bedient, weil dessen Saft bereits heiß und einkochfertig herausläuft – ein gewöhnlicher Entsafter liefert dafür einen zusätzlichen Erhitzungsschritt. Für den täglichen Frischsaft bleibt der Entsafter das richtige Gerät; beides schließt sich nicht aus.

Fazit

Die Zutatenliste entscheidet über das Gerät, nicht umgekehrt. Äpfel, Karotten, Rote Bete und geschälte Orangen laufen in jedem Entsafter – dafür reicht eine gute Zentrifuge. Sobald Stangensellerie, Grünkohl oder Weizengras regelmäßig dazukommen, führt der Weg zum Slow Juicer – die horizontale Bauform ist die von Herstellern dafür ausgewiesene, aber nicht die einzige taugliche: Auch vertikale Geräte im Vergleichsfeld überzeugen bei diesen Zutaten. Welche Bauform sonst noch zu Ihnen passt, klärt der Ratgeber zur Bauform; die Geräte im Einzelnen stehen im Entsafter-Vergleich.